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Therapiebedürftig? |
Vielleicht muss die liberale Familie einfach mal in Gruppentherapie:
Wird in ihrer Gegenwart das Wort Umwelt erwähnt, setzten Reaktionen
ein, die man ansonsten nur von Pubertierenden kennt: Verdrängen,
Ablenken und bloß nicht darüber reden. Es ist an der Zeit,
dass insbesondere die jüngeren Familienmitglieder das Wort „Umwelt“
einmal ungeniert in den Mund nehmen, über die anstehenden Probleme
sprechen und zeitgemäße Antworten finden. |
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den vergangenen Jahren haben wir versucht, uns in allen nur denkbaren
Bereichen von den Grünen abzugrenzen. Dies geschieht zu Recht, muss
man den Wählern doch zeigen, wie wenig der Mitbewerber die Freiheit
liebt. Doch haben wir uns auch dort abgegrenzt, wo vernünftige Positionen
vertreten wurden. Die Antwort auf eine fehlgeleitete Umweltpolitik kann
nicht „keine Umweltpolitik“ sein. Ein schlanker Staat muss
sich um die Themen kümmern, die durch individuelles Handeln nicht
zufrieden stellend gelöst werden. Wir müssen endlich zugeben,
dass Umweltpolitik in weiten Teilen dazugehört. |
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1974 wurde auf Initiative der FDP das Bundesumweltministerium ins Leben
gerufen. Damals haben Liberale Standards gesetzt und sich in Umweltfragen
Respekt verdient. Heute feiern wir zwar den 25. Jahrestag der grünen
Partei, beklagen aber gleichzeitig den Tod der liberalen Umweltpolitik.
Dies ist nicht nur ein Drama für die Liberalen, sondern auch für
die Umwelt. |
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politische Mitbewerber macht den Weg zur Erreichung bestimmter Ziele häufig
zu seinem Dogma, seiner unverhandelbaren Position. Liberale Umweltpolitik
sollte nur in den Zielvorgaben nicht verhandelbar sein. Der Weg dorthin
muss möglichst frei gestaltet werden. Der Handel mit Zertifikaten
zur Emissionsreduktion ist hierfür ein gutes Beispiel: Eine solche
Politik muss Hand in Hand gehen mit einer vernünftigen, marktwirtschaftlichen
Wirtschaftspolitik. Nur so können finanzielle Handlungsspielräume
für Bürger und Politik gesichert werden. Nur so ist Umweltpolitik
in Zukunft überhaupt bezahlbar. |
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„Holt die Liberalen da raus!“ rief uns Joachim Stamp in der
vergangenen Ausgabe des Jung & Liberal zu und analysierte treffend,
warum Liberale einen wichtigen Teil ihrer Wählerschaft nicht kampflos
an die Grünen abgeben dürfen. Eine liberale Partei braucht liberales
Profil und kluge Antworten in allen Politikbereichen. Die Jungen Liberalen
müssen daher, ebenso wie die FDP, ihr Verhältnis zur Umweltpolitik
grundlegend ändern. Mit Verantwortung, Pragmatismus und Selbstbewusstsein
müssen wir verdeutlichen, dass Natur und Umwelt bei uns in guten
Händen sind. |
Carl
Philipp Burkert |